Verkehrszählung

aktuelle Verkehrszähldaten

Grundlagen der Verkehrszählung

Als unbestritten wichtigster Parameter für die Beurteilung von jeglichen Verkehrsabläufen dient die Kenntnis der auf den jeweiligen Verkehrswegen zu transportierenden Einheiten.


  • Verkehrswege im Allgemeinen wie
  • Straßen
  • Schienen
  • Flüsse
  • Lufträume
  • Pipelines
  • Infrastruktur für Telekommunikation

benötigen als Grundlage für unterschiedlichste Betrachtungen die Kenntnis der zu transportierenden Menge.


In der Verkehrsplanung, im Speziellen im Verkehrswegebau, ist das Wissen des auf diesen Wegen vorhandenen Verkehrs und dessen Zusammensetzung von funktionaler Bedeutung. Dadurch können verkehrspolitische Ziele definiert und grundlegende verkehrsstrategische Entscheidungen getroffen werden.


Eine permanente Erfassung des Verkehrs ist daher notwendig und unumgänglich.


Aus diesen Erfassungen wird als aussagekräftigster Parameter für die Beurteilung von Verkehrswegen der sogenannte „JDTV - Jahresdurchschnittlicher täglicher Verkehr“, das ist jene Gesamtverkehrsmenge, welche an einem definierten Querschnitt einer Straße als Tagesdurchschnitt eines ganzen Jahres errechnet wird, ermittelt. Zusätzlich wird der sog. JDTLV (Jahresdurchschnittlicher täglicher Lastverkehr von Lkw-ähnlichen Fahrzeugen) als zweiter wichtiger Parameter ermittelt.


Diese Werte sind für nachträglich beispielhaft aufgelistete Bearbeitungsbereiche unverzichtbar:


  • Verkehrsaufkommen
  • Verkehrsentwicklung
  • Verkehrsprognosen
  • Verkehrsumlagerungen
  • Verkehrserfassung
  • Verkehrszustand
  • Verkehrsplanung

Weiters bilden diese Parameter eine wichtige Grundlage bei Straßenplanungen und Straßenerhaltung für


Projektierungsarbeiten

Querschnittsbemessung

Oberbaubemessung

Bemessung von Knotenpunkten

Leistungsfähigkeitsnachweise von Straßenanlagen

Verkehrssteuerungseinrichtungen

Lärmschutz an Straßen

Umweltauswirkungen

Beurteilung von Straßenerhaltungsaufwendungen


Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, wurden in der Vergangenheit flächendeckende Verkehrszählungen (semimanuell) durchgeführt. Aufgrund des hohen Aufwandes wurde ein regelmäßiges Intervall von fünf Jahren gewählt. Innerhalb dieser Quinträume wurden zur Ermittlung von Verkehrszahlen Hochrechnungsalgorithmen herangezogen, welche jedoch, mangels permanenter Erhebungen, nicht immer die tatsächlichen Ergebnisse abbildeten.


Um diesen Mangel zu beseitigen, wurde seitens der Landesstraßenverwaltung in Kärnten deshalb im Jahr 2004 entschieden, das Erhebungssystem auf eine permanente, vollautomatische Verkehrszählung umzustellen. Die Inbetriebnahme dieses neuen Systems erfolgte im Jahr 2006.Damit ist es möglich, tagesaktuelle Verkehrsdaten für o. a. Anwendungsbereiche und darüber hinaus zur Verfügung zu stellen.


Die Verkehrsbelastung an Straßen und auch eine gesamteuropäische Betrachtung dieser Daten ist auch im „European Agreement on Main International Traffic Arteries“ formuliert. In diesem gemeinschaftlichen Übereinkommen werden die UN-ECE Mitgliedsländer (United Nations - Economic Commission for europe, inland transport committee) eingeladen, in Fünf-Jahres-Intervallen sämtliche Verkehrsdaten zu erheben und zusammenzuführen. Damit sollen grundsätzliche Informationen über die Verkehrsstärken auf E-Straßen sowie im übrigen Straßennetz gewonnen werden.


Werden detaillierte Daten über Verkehrsmengen, deren Zusammensetzung o. ä. benötigt, so wird ersucht, sich mit der zuständigen Abteilung des Amtes der Kärntner Landesregierung in Verbindung zu setzen.


UA 9P-Projektierung und Projektentwicklung

Flatschacher Straße 70

9020 Klagenfurt am Wörthersee

050 536–19072


Herr DI (FH) Martin HILLEBOLD

Herr Walter LEITNER


Das Straßen- und Wegenetz in Kärnten umfasst


  • ca. 200 km Autobahnen
  • ca. 1300 km Landesstraßen B
  • ca. 1500 km Landesstraßen L
  • ca. 5000 km Gemeindestraßen
  • ca. 8600 km ländliches Wegenetz (Verbindungsstraßen, Güterwege, Hofzufahrten)


Die Kärntner Landesstraßenverwaltung als zuständige Abteilung des Amtes der Kärntner Landesregierung verwaltet und erhält davon mit den 1500 km Landesstraßen L und die vom Bund im Jahr 2002 übertragenen Landesstraßen B insgesamt ca. 2800 km Straße. An diesen Straßen werden Verkehrszählungen durch die Landesstraßenverwaltung durchgeführt.


Das zu verwaltende und erhaltende Straßennetz in Kärnten wurde hinsichtlich Funktion und Bedeutung in entsprechend aussagekräftige Abschnitte unterteilt, um an definierten Querschnitten mit Zählungen eine charakteristische Verkehrsbelastung zu erhalten.


Mit Stand 2012 wurde das zu verwaltende und erhaltende Straßennetz unter Berücksichtigung der topografischen und infrastrukturellen Gegebenheiten in 957 entsprechend aussagekräftige Abschnitte unterteilt, in welchen an definierten Querschnitten mittels Zählungen die aktuelle Verkehrsbelastung erhoben wird.


Je nach Erfordernis werden neue Zählquerschnitte eingeführt und Zählabschnitte angepasst.


Wurde in der Vergangenheit die Verkehrsbelastung des gesamten Straßennetzes durch zeitgleich stattfindende händische Zählungen erhoben, so steht seit 2006 ein System einer permanenten Verkehrszählung zur Verfügung.


An 130 Querschnitten werden mittels Radartechnologie (Seitenradar) sämtliche an den jeweiligen Zählstellen vorbeifahrende Fahrzeuge aufgenommen. Dabei werden von einem Sender elektromagnetische Wellen ausgestrahlt. Ein vorbeifahrendes Fahrzeug reflektiert diese Strahlen, die wiederum von einem Empfänger erfasst werden. Anhand der Dauer der Reflexionen lassen sich den Fahrzeugen entsprechende Längen (Profilwerte) zuordnen, welche eine Klassifizierung in Pkw und Lkw-ähnliche Fahrzeuge u. a. m. ermöglichen.


Darüber hinaus wird an ausgewählten Straßen (definierte Europastraßen) an 5 aussagekräftigen Querschnitten mit sog. „Schleifenzählungen“ eine verfeinerte Detektion hinsichtlich der Verkehrszusammensetzung durchgeführt. Die Veränderung des, von im Asphalt eingelassenen Kupferschleifen erzeugten Magnetfeldes und dessen Detektion ermöglichen eine Erfassung und Unterteilung in 8+1 Klassen.


Für erforderliche Verkehrserhebungen über kurze Zeiträume (bis zu drei Wochen) werden von der Landesstraßenverwaltung 4 mobile Seitenradargeräte eingesetzt.


Eine genaue Erfassung der Verkehrsbelastung einzelner Relationen in Kreuzungsbereichen (Knotenstromzählungen) wird mittels 12 Magnetplatten durchgeführt.


Trotz dieser vorhandenen Ausrüstung der Landesstraßenverwaltung ist es zum Teil erforderlich, dass externe Unternehmen Verkehrszählungen (Fahrzeugverfolgung, Lenkerbefragungen, Videoanalysen etc) durchführen.